Das M'Zab-Tal
Fünf befestigte Städte, im 11. Jahrhundert von der ibaditischen Gemeinschaft der Mozabiten erbaut — ein so stimmiger Städtebau, dass Le Corbusier mehrfach zurückkehrte.
Ein vollständiger Städtebau
Das M'Zab ist keine Kulisse, sondern ein System. Wehrmoschee auf der Kuppe, Wohnbebauung in konzentrischen Ringen den Hügel hinab, Mauern, Friedhof außerhalb, Palmenhain unten mit den Sommerhäusern, dazu eine Anlage zur Fassung und Verteilung des Hochwassers, die die Gärten speist. Jedes Element antwortet auf einen Zwang — Verteidigung, Hitze, Wasserknappheit, gemeinschaftliche Gleichheit — und das Ganze funktioniert bis heute.
Der Einfluss auf die moderne Architektur
Le Corbusier besuchte das M'Zab in den 1930er-Jahren mehrfach und zog daraus Prinzipien, zu denen er sich offen bekannte: Sparsamkeit der Mittel, reine Formen, das Verhältnis von privatem Raum und Licht. Die Stätte gilt regelmäßig als eine Hauptreferenz der vernakulären Architektur.
Was man sieht
Ghardaïa und sein amphitheatralischer Markt sind der Auftakt. Beni Isguen, die heilige Stadt, wird mit einem von der Gemeinschaft bestimmten Guide zu festen Zeiten und unter strengen Fotoregeln besucht. El Atteuf, die älteste, bewahrt die Sidi-Brahim-Moschee. Melika überblickt das Tal von seinem Hügel und seinem Friedhof.
Anreise und Verhalten
Ghardaïa erreicht man in einer Flugstunde ab Algier. Das Tal ist deutlich konservativer als der Norden: bedeckende Kleidung für alle, zurückhaltendes Fotografieren und niemals Personen ohne Erlaubnis, sowie strikte Beachtung der Regeln in Beni Isguen. Beste Zeit ist Oktober bis April.
Häufige Fragen
Kann man Beni Isguen frei besichtigen?
Nein. Die heilige Stadt wird in Begleitung eines bestimmten lokalen Guides zu festen Zeiten besucht, und das Fotografieren ist eingeschränkt. Das ist eine Regel der Gemeinschaft, keine touristische Formalität.
Wer sind die Mozabiten?
Eine berberische Gemeinschaft ibaditischen Ritus — einer vom Sunnitentum und Schiitentum unterschiedenen Richtung des Islam —, seit dem 11. Jahrhundert im Tal ansässig und bekannt für ihre soziale Organisation und ihren Handel.
Wie viele Tage einplanen?
Zwei bis drei Tage reichen, um mehrere Städte, den Palmenhain und das Wassersystem in Ruhe zu sehen, gegebenenfalls mit einer Ausfahrt in die Wüste.
Welche Kleidung ist angemessen?
Bedeckend für Männer und Frauen: Schultern und Knie bedeckt, weite Kleidung. Es ist die konservativste Region einer klassischen Algerien-Route.
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