Al Qal'a der Beni Hammad
Die 1007 gegründete Hauptstadt der Hammadiden, aufgegeben und dann zerstört — und das höchste erhaltene Minarett Algeriens, allein in den Hochebenen.
Eine verschwundene Hauptstadt
Von Hammad ibn Buluggin, einem ziridischen Fürsten, gegründet, wurde die Stadt binnen eines Jahrhunderts zu einer wohlhabenden berberischen Hauptstadt mit Palästen, Bädern, Märkten und Werkstätten. Die Verlegung des Hofes nach Béjaïa und die Zerstörungen des 12. Jahrhunderts leerten sie. Was bleibt, ist ein außergewöhnlich lesbares Ruinenfeld: Gerade weil die Stätte nie wieder besiedelt wurde, gibt sie ein vollständiges Bild einer befestigten muslimischen Stadt.
Was man sieht
Das rund zwanzig Meter hohe Minarett der großen Moschee überragt die Stätte und ist von Weitem sichtbar. Die Fundamente des Palasts Dar al-Bahr mit seinem großen Becken lassen eine Architektur aus Hof und Wasser erahnen. Spuren der Mauern, der Wohnbauten und der Keramikwerkstätten vervollständigen das Bild in einer Landschaft offener Hügel.
Kombinieren mit
Die Provinz M'Sila bewahrt auch Bou Saada, eine Oase am Saharasaum wenige Fahrstunden entfernt, mit Palmenhain, Schlucht und der Zawiya von El Hamel. Beides lässt sich gut auf zwei Tage verbinden, von Algier oder Sétif aus.
Anreise
Die Stätte liegt auf freiem Feld, rund dreißig Kilometer nordöstlich von M'Sila, und ist nicht an den öffentlichen Verkehr angebunden: Man kommt mit dem Auto. Wasser und Hut mitnehmen, der Ort ist völlig ungeschützt. Frühjahr und Herbst sind die besten Jahreszeiten.
Häufige Fragen
Was ist von Al Qal'a erhalten?
Ein weitläufiges, nicht rekonstruiertes Ruinenfeld: das Minarett der großen Moschee, die Fundamente der Paläste und des Beckens sowie Spuren von Mauern und Handwerksvierteln.
Wer waren die Hammadiden?
Eine aus den Ziriden hervorgegangene Berberdynastie, die vom 11. bis 12. Jahrhundert den zentralen Maghreb von dieser Hauptstadt und später von Béjaïa aus beherrschte.
Ist die Stätte erschlossen?
Nur knapp. Es gibt Wärter und einen ausgeschilderten Zugang, aber wenig Vermittlung vor Ort: Ein Guide macht einen echten Unterschied.
Wie viel Zeit braucht man?
Etwa zwei Stunden vor Ort, plus Anfahrt. Ein halber Tag ab M'Sila, mehr ab Algier oder Sétif.
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